Anthony McCarten: Hand aufs Herz

Beim Versuch, einen Weltrekord zu brechen dabei sein? Toll. Auch wenn der Versuch darin besteht, so lange wie möglich eine Hand an ein Auto zu halten? Weniger toll. Doch da als Preis ein geräumiger Geländewagen von nicht geringem Wert winkt, lassen sich doch einige auf diesen Deal ein. Vierzig Teilnehmer an der Zahl, mit schwindender Tendenz, je weiter der Wettbewerb voranschreitet.

Einige davon werden im Laufe von „Hand aufs Herz“ näher beleuchtet. Tom, der Besserwisser mit Geldnöten oder Jess, die Politesse, die den Wagen dringend benötigen würde, um ihre schwerbehinderte Tochter samt Rollstuhl zur Schule fahren zu können. Alle haben ihre Gründe, die sie zum Durchhalten animieren. Doch wer wird sich am Ende als Sieger des Wettbewerbs behaupten können? Und wie wird der Wettbewerb die Teilnehmer verändern?

Vordergründig beschreibt Anthony McCartens in seinem Buch „Hand aufs Herz“ zwar einen Weltrekordversuch, hauptsächlich werden dabei aber einzelne Charaktere herausgegriffen und es wird dargestellt, was dieses Erlebnis mit ihnen macht, so dass man sich in die Charaktere hineinversetzt, mit ihnen leidet und seinen eigenen Favorit bestimmt. Kein Buch mit großer Action, aber mit toll gezeichneten Figuren.

William Paul Young: Die Hütte

Wahrscheinlich ist „Die Hütte“ momentan öfter  hier und da im Gespräch und trotzdem oder gerade deshalb möchte auch ich mich an diesem Gespräch beteiligen.

Doch zunächst erst einmal worum es geht:

Mack verliert durch ein tragisches Verbrechen seine jüngste Tochter und kämpft seitdem mit Depressionen und Schuldgefühlen. Vier Jahre nach diesem Unglück erhält er in seinem Briefkasten eine mysteriöse Nachricht, in der er eingeladen wird, an den Ort des Verbrechens zurückzukehren. Von wem diese Nachricht stammt ist ihm zunächst nicht ganz klar, sicher ist jedoch, der Absender ist nicht einfach irgendjemand…

Mack kehrt also tatsächlich an den Ort des Verbrechens zurück, in die schäbige Hütte, in der das zerfetzte Sommerkleid und das Blut seiner jüngsten Tochter als endgültigen Beweis der Tragödie gefunden wurden und trifft dort tatsächlich Gott. Aber längst nicht so, wie er sich Gott vorgestellt hätte. Und nicht nur einmal werden seine Vorstellungen von Gott komplett über den Haufen geworfen.

Im Laufe dieses Wochenendes mit Gott, erhält Mack die Gelegenheit sich mit Gott zu unterhalten, ihm alle Fragen zu stellen, die ihm auf der Seele brennen und die ihm das Leben schwer gemacht haben. Die Unterhaltungen drehen sich viel um die Frage, wie Gott zulassen konnte, dass seiner Tochter ein dermaßen schreckliches Leid angetan wird und in welchem Verhältnis wir Menschen allgemein mit Gott leben.

Mack erlebt dabei einige wunderschöne und unglaubliche Momente, wenn er sich zum Beispiel nachts gemeinsam mit Jesus die Sterne anschaut oder mit ihm übers Wasser läuft. Vor allem lernt er aber Gott besser kennen und verstehen und findet am Ende seinen Frieden über die Tragödie mit seiner Tochter.

Was mich an dieser Geschichte besonders berührt und angesprochen hat, waren eigentlich nicht die vielen Gespräche, die mich zwar auch immer wieder zum Nachdenken gebracht oder etwas in mir angestoßen haben, sondern vielmehr die Beschreibungen davon, wie Gott, der Vater, Jesus und der Heilige Geist miteinander umgehen. Wie viel Liebe und Dynamik in dieser Beziehung steckt, wie viel Vertrauen und Beziehung. Und dass es Gott wirklich um Beziehung mit uns Menschen geht, nicht um Regeln oder um das Erfüllen von „wenn… dann…“-Automatismen. Und es geht um Vertrauen, um Vertrauen, dass natürlich wachsen muss, wie in einer Beziehung eben.