Maarten’t Hart: Der Schneeflockenbaum

Zunächst haben mich bei diesem Buch das schöne Cover und der besondere Titel angesprochen und mich gereizt, herauszufinden, was sich dahinter verbergen würde.

Der Beginn des Buches schien deshalb erst einmal gar nicht zu meinen Erwartungen zu passen. Leicht irritiert begann ich die Beschreibungen des Protagonisten von der Busfahrt zur Beerdigung des zweiten Mannes seiner Mutter mit der gesamten Großfamilie, die allesamt etwas wunderlich schienen, zu lesen und war etwas erleichtert, als dieser Teil beendet war.

Doch dann entfaltete sich Stück für Stück eine erstaunliche Geschichte über Freundschaft und Liebe und dies fast komplett ohne Kitsch.

Die Freundschaft zwischen unserem Protagonisten und Jouri beginnt bereits im Kindergarten. Und Jouris erste Handlung, als beide friedlich im Sandkasten sitzen, ist wegweisend: Als ersten Akt der neuen Freundschaft, spannt Jouri unserem Protagonisten die beste Freundin aus, indem er ihr ein „Spinnengrab“ schaufelt. Von da an ist es um sie geschehen.

Trotzdem werden die beiden Jungen unzertrennliche Freunde. Beide sind Außenseiter in der Schule, beide etwas seltsam, beide etwas schüchtern, beide ziemlich intelligent. Ihre Außenseiterrolle schweißt sie noch mehr zusammen und so gehen sie schließlich auch auf dasselbe Gymnasium. Dort widerfährt dem Protagonisten immer wieder dasselbe Schicksal: Sobald er sich in ein Mädchen verliebt hat und dieses auch nur ansatzweise ihm ebenfalls zugeneigt zu sein scheint, funkt Jouri dazwischen und plötzlich verlieren die Mädchen, eine nach der anderen, ihr Interesse an unserem Protagonisten, denn ihr Interesse für Jouri ist entfacht.

Wohin dies alles noch führen wird, welche Beziehungen aus eben dieser Situation entstehen und welche Folgen diese Freundschaft und die seltsame Tatsache hat, dass Jouri bereits vom ersten Kindergartentag an die Absicht zu haben scheint, unserem Protagonisten jede Freundin auszuspannen, wird sich im Laufe des Buches zeigen. Dabei und dazwischen lernen wir noch allerhand interessante Figuren und kuriose Geschichten kennen.

Am Ende bleibt es eine skurrile, clevere Geschichte, mit Tiefgang, Witz und einigen autobiographischen Einflüssen. So etwas liest man nicht alle Tage!

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Eine Antwort zu “Maarten’t Hart: Der Schneeflockenbaum

  1. Das klingt verlockend – und das Cover ist wirklich schön!

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