Monatsarchiv: Februar 2010

Jo Nesbø: Leopard

Jo Nesbø hat mit seinem neuesten Werk einen Skandinavienkrimi geschrieben, der alles aufweist, was einen richtigen Skandinavienkrimi ausmacht: ein gebrochener Kommissar, brutale Morde, eine verzwickte Geschichte, ein großes Maß an Spannung, ein Kommissar, der mehrmals fast draufgeht, sich aber James-Bond-mäßig jedes Mal doch noch selbst heraushauen kann, große und kleine Schicksalsschläge, die dem Kommissar das Leben schwer machen und Hintergründe, die Zweifel an unserer Gesellschaft aufkommen lassen. Das hat Suchtpotential.

In Leopard treibt erneut ein Serienmörder sein Unwesen in Oslo. Er tötet scheinbar wahllos, verwendet dabei aber ein ganz spezielles Mordinstrument.

Die Ermittler sind ratlos und treten auf der Stelle. Dazu kommen Kompetenzstreitigkeiten zwischen den Behörden. Das Kriminalamt hat den Fall an sich gerissen, das Morddezernat soll überflüssig gemacht werden.

Hier soll Harry Hole, der sich nach seinem letzten Fall endgültig nach Hongkong abgesetzt hatte, wieder ins Spiel gebracht werden. Widerwillig lässt er sich von seiner Kollegin Kaja Solness nach Norwegen zurückholen, wo sein kranker Vater im Sterben liegt. Diesmal macht sich Harry durch geschmuggeltes Opium, mithilfe dessen er versucht, seine Alkoholsucht   in den Griff zu bekommen, angreifbar.

Tatsächlich gelingt es Harry schnell, einen Zusammenhang zwischen den Mordopfern herzustellen, alle übernachteten in der gleichen Nacht in derselben Berghütte, doch von der Liste der Übernachtungsgäste fehlt jede Spur.

Was ist dort in dieser Nacht vorgefallen? Ein Wettlauf mit der Zeit beginnt, denn sobald ein neuer Übernachtungsgast ausgemacht werden kann, ist es meistens bereits zu spät, um noch eine Erklärung für die Vorfälle in der besagten Nacht zu erhalten.

Die Spuren führen schließlich bis in den Kongo und lange scheint es, als sei der Mörder immer einen Tick voraus. So bleibt es spannend bis zum Schluss…